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Gewerke·28. Sep 2026·6 Min. Lesezeit

Trocknungsprotokoll: Was drinstehen muss – mit Muster-PDF

Die Gerätemiete pro Tag ist die Position, die Versicherer am ehesten kürzen — immer dann, wenn die Messreihe Lücken hat. Welche Werte in jede Messung gehören, in welchem Rhythmus du misst und wie ein sauberer Verlauf über 14 Tage aussieht. Mit ausgefülltem Muster-Protokoll als PDF.

Drei Wochen liefen die Geräte, dann kommt der Brief: „Trocknungsdauer nicht nachvollziehbar, wir erstatten zehn Tage." Wer das einmal erlebt hat, weiß, dass das Trocknungsprotokoll kein Papierkram ist. Es ist der Beleg für die teuerste Position der Sanierung — die Gerätemiete pro Tag steht und fällt mit der Messreihe dahinter.

Dieser Beitrag kommt aus unserem eigenen Sanierungsbetrieb: was ein Sachbearbeiter sehen will, welche Werte in jede Messung gehören, in welchem Rhythmus du misst — und ein fiktiver Beispielverlauf über 14 Tage, den du als ausgefülltes Muster-PDF herunterladen kannst.

Warum der Versicherer eine lückenlose Messreihe will

Der Sachbearbeiter war nie auf deiner Baustelle. Er sieht eine Rechnung mit „Trocknung, 14 Tage, 2 Geräte" und muss entscheiden, ob das angemessen war. Das Protokoll ist sein einziger Blick in den Raum. Es beantwortet ihm drei Fragen:

  • War die Trocknung nötig? Die Ausgangsmessung vor dem ersten Gerätetag zeigt, wie nass Estrich, Dämmung oder Holz tatsächlich waren.
  • Hat sie gewirkt? Fallende Werte von Tag zu Tag zeigen, dass die Geräte richtig standen und liefen.
  • Wann war sie fertig? Die Abschlussmessung belegt, dass du die Geräte abgebaut hast, als der Zielwert erreicht war — nicht eine Woche später.

Jede Lücke in der Reihe öffnet eine Diskussion. Zwei fehlende Tage am Wochenende heißen aus Sicht des Regulierers: „Vielleicht war es am Freitag schon trocken." Dann wird pauschal gekürzt, und du beweist das Gegenteil nicht mehr, weil die Geräte längst auf der nächsten Baustelle stehen. Ob und wie viel ein Versicherer erstattet, entscheidet am Ende der Vertrag des Eigentümers — das Protokoll sorgt dafür, dass die Diskussion auf Zahlen beruht und nicht auf Erinnerung.

Diese Werte gehören in jede einzelne Messung

Eine Messung ist eine Zeile. Sie ist nur dann brauchbar, wenn ein Fremder daraus rekonstruieren kann, wer wann wo womit was gemessen hat:

  • Raum — eindeutig benannt, immer gleich: „Wohnzimmer EG", nicht heute „Wohnen" und morgen „WZ". Bei mehreren Messstellen im Raum die Stelle dazu („Estrich vor Balkontür").
  • Zeitpunkt — Datum und Uhrzeit. Eine Messung „irgendwann Dienstag" ist keine Messung.
  • Holz- bzw. Materialfeuchte in % — der Wert des Bauteils, das getrocknet wird. In Baustellenwerk heißt das Feld Holzfeuchte; bei Estrich oder Dämmschicht trägst du den Wert deines Feuchtemessgeräts ein und vermerkst das Bauteil in der Notiz. An diesem Wert hängt der Fortschritt.
  • Relative Luftfeuchte in % — zeigt, ob der Raum überhaupt noch Feuchte abgibt und ob das Gerät die Luft entfeuchtet.
  • Temperatur in °C — ohne Temperatur sind Luftfeuchte-Werte nicht vergleichbar; 50 % bei 15 °C sind etwas anderes als 50 % bei 24 °C.
  • Gerät und Seriennummer — welcher Kondensationstrockner, welcher Seitenkanalverdichter. Die Seriennummer verbindet die Messung mit dem Gerät auf der Rechnung.
  • Erfasser — wer gemessen hat. Bei Rückfragen nach vier Wochen will der Sachbearbeiter mit jemandem sprechen, der dabei war.
  • Notiz — alles, was den Verlauf erklärt: Gerät umgestellt, Fenster stand offen, Zielwert erreicht, Geräte abgebaut.

Über der Tabelle steht der Kopf, der das Protokoll dem Vorgang zuordnet: Schadensort, Projektnummer, Schadensnummer (ohne sie landet auch dieses Dokument im Klärfach — mehr dazu im Beitrag zur Abrechnung mit Versicherer und Eigentümer), Versicherer, Anzahl der Messungen und der Erfassungszeitraum von der ersten bis zur letzten Messung.

Rhythmus: täglich, gleiche Uhrzeit, gleiche Stelle

  1. Ausgangsmessung vor dem ersten Gerätetag — an jeder Messstelle, die du später auch dokumentierst.
  2. Eine Messung pro Tag und Messstelle, möglichst zur gleichen Uhrzeit. Bei uns misst der Monteur morgens beim Gerätecheck, bevor Sonne oder Arbeiten den Raum aufheizen.
  3. Wochenende mitmessen. Fährt niemand hin, muss das im Protokoll stehen („keine Messung, Geräte in Betrieb") — eine erklärte Lücke ist besser als eine stumme.
  4. Abschlussmessung am Tag des Abbaus mit dem Vermerk „Zielwert erreicht, Geräte abgebaut". Danach keine Messungen mehr, sonst wirkt der Abbau willkürlich.

Beispielverlauf über 14 Tage (fiktive Daten)

So sieht eine Messreihe aus, über die ein Sachbearbeiter nicht diskutieren muss. Die Werte stammen aus unserem Demo-Mandanten „Muster Sanierung GmbH" — frei erfunden, aber typisch für einen Estrich nach Leitungswasserschaden, Kondensationstrockner im Wohnzimmer, Seitenkanalverdichter im Flur:

  • Tag 1 (Ausgangsmessung, 8. September): Wohnzimmer EG Materialfeuchte 38,4 %, Luftfeuchte 78 %, 21,4 °C · Flur EG 31,2 %, 76 %, 21,4 °C
  • Tag 4: Wohnzimmer 30,6 %, Luftfeuchte 67 %, 23,1 °C · Flur 24,7 %, 65 % — die Luftfeuchte fällt zuerst, die Materialfeuchte zieht nach
  • Tag 7: Wohnzimmer 23,8 %, 58 %, 23,8 °C · Flur 19,5 %, 56 % — Halbzeit, der Verlauf ist stetig, kein Sprung, kein Plateau
  • Tag 10: Wohnzimmer 18,3 %, 52 %, 23,5 °C · Flur 15,6 %, 50 %
  • Tag 14 (Abschlussmessung, 21. September): Wohnzimmer 13,9 %, 45 %, 22,3 °C · Flur 12,8 %, 43 % — Notiz „Zielwert erreicht, Geräte abgebaut"

Was daran überzeugt: 28 Messungen in 14 Tagen, zwei Messstellen, jede Zeile mit Gerät, Seriennummer und Erfasser, und ein Verlauf, der ohne Erklärung lesbar ist. Ein Plateau über drei Tage bei gleichbleibenden Werten wäre die Stelle, an der ein Regulierer nachfragt — dann gehört in die Notiz, warum (Gerät umgestellt, zweite Dämmebene angebohrt).

Seite 1 des Muster-Trocknungsprotokolls aus Baustellenwerk: Kopf mit Schadensort, Projekt- und Schadensnummer, Anzahl der Messungen und Zeitraum, darunter die chronologische Tabelle mit Zeitpunkt, Raum, Holzfeuchte, Luftfeuchte, Temperatur, Gerät und Erfasser
Das Muster-Trocknungsprotokoll aus Baustellenwerk, Seite 1 von 2 — fiktive Beispieldaten des Demo-Mandanten.

Die typischen Fehler — und was sie kosten

  • Protokoll am Ende „rekonstruiert". Werte aus dem Gedächtnis nachgetragen, alle mit derselben Uhrzeit, glatte Zahlen. Das erkennt jeder Sachbearbeiter — und dann ist das ganze Dokument entwertet.
  • Keine Ausgangsmessung. Ohne Startwert lässt sich weder die Notwendigkeit noch die Dauer der Trocknung begründen.
  • Messstelle wandert. Montag vor der Balkontür, Dienstag in der Raummitte — die Reihe ist nicht mehr vergleichbar.
  • Gerät ohne Seriennummer. Zwei Trockner auf der Rechnung, im Protokoll steht „Trockner". Welcher lief wie lange? Kürzung.
  • Zettel statt System. Der Monteur schreibt auf Papier, das Büro tippt drei Wochen später ab — mit Zahlendrehern und ohne Uhrzeit.
  • Stromkosten ohne Nachweis. Wer Strom abrechnet, notiert den Zählerstand bei Aufbau und Abbau — separat, denn das gehört nicht in die Messreihe, aber zur Rechnung.

Vorlage: Muster-Trocknungsprotokoll als PDF

Statt einer leeren Vorlage geben wir dir ein ausgefülltes Protokoll: zwei Seiten, 28 Messungen, genau der Verlauf von oben, so wie Baustellenwerk ihn ausgibt. Das Muster-Trocknungsprotokoll (PDF, fiktive Daten) kannst du direkt öffnen. Zusammen mit der Checkliste zu den 17 Positionen für das Wasserschaden-Angebot bekommst du es auch als Paket per E-Mail über die Wasserschaden-Checkliste — Adresse eintragen, Link bestätigen, beide PDFs laden.

Wie wir es in Baustellenwerk machen

Der Monteur erfasst die Messung direkt am Projekt auf dem Handy: Raum, Zeitpunkt, Holzfeuchte, Luftfeuchte, Temperatur, Gerät mit Seriennummer, Notiz — der Erfasser wird automatisch mitgeschrieben. Löschen darf nur der Chef, damit keine Reihe nachträglich „geglättet" wird. Das Trocknungsprotokoll gibt es bei Projekten, die als Versicherungsschaden angelegt sind; das PDF trägt Schadensort, Projekt- und Schadensnummer, Versicherer, Anzahl der Messungen und den Zeitraum und listet alle Messungen chronologisch.

Was das Protokoll bewusst nicht enthält: keine CM-Messung, keine hinterlegten Zielwerte je Material, keine Zählerstände oder Gerätelaufzeiten, keine Unterschrift, keine Skizze der Messstellen. Diese Angaben ergänzt du — wenn der Versicherer sie verlangt — im Angebot, in der Rechnung oder im Arbeitsbericht.

Hinweis: Dieser Artikel beschreibt Praxiserfahrung aus unserem Sanierungsbetrieb. Er ersetzt keine Rechtsberatung und ist keine Zusage, dass ein Versicherer eine Trocknung in bestimmter Dauer oder Höhe erstattet — das regelt der jeweilige Versicherungsvertrag.

So läuft der Wasserschaden in Baustellenwerk: Foto → Angebot → Trocknungsprotokoll → Doppelrechnung.
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